Digitalisierung Zukunft Arbeit

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  • Beitrag zuletzt geändert am:8. Juli 2020
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Digitalisierung

Digitalisierung

Noch immer haben wir die Industrialisierung nicht verdaut, da ist bereits die Digitalisierung in vollem Gange. Da werden viele Menschen auf dem Arbeitsmarkt überflüssig, von den neuen Technologien ersetzt. Dieser Umstand wird noch weniger Geld in die Sozialsysteme spülen. Die einzige Antwort der Politik auf die Industrialisierung war bisher der Abbau des Sozialstaates und der Ausbau des Niedriglohnsektors

Fortschritt

Fortschritt Digitalisierung

Gegen Fortschritt ist nichts einzuwenden, so macht er doch das Leben auch einfacher oder angenehmer. Fürchten müssen wir den Fortschritt nur, wenn der Mensch und seine Existenz dabei vergessen werden. Genau diesen Eindruck vermittelt die Politik von heute. Von dort ist immer zu hören: „Die Jobs sind sicher“ und wenn Jobs durch die Digitalisierung wegfallen, entstehen an anderer Stelle neue Jobs. Mir fehlt eine Diskussion darüber, was wenn keine oder nur wenige Jobs entstehen werden? Das spült auch weniger Geld in die Sozialkassen und wird auch massiv zu Mindereinnahmen bei den Steuern führen. Daneben wird man viel mehr Arbeitslose finanzieren müssen. Aufgabe der Politik ist es auch, die Zukunft zu gestalten und nicht im Hier und jetzt zu verharren. Dieser Gestaltungsstillstand wird uns Menschen nicht gerecht.

Elektromobilität

Bisher wurde viel in der Öffentlichkeit über den Jobkiller Digitalisierung gesprochen und nun müssen wir die Erfahrung machen, dass der Umstieg auf die Elektromobilität massenweise Arbeitsplätze überflüssig machen wird. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass der Umstieg alleine in Deutschland 400.000 Arbeitsplätze kosten könnte.

Verbrennungsmotor

Im Wettlauf zur Elektromobilität wird der Verbrennungsmotor deutlich an Bedeutung verlieren. Elektroautos benötigen weder komplexe Motoren mit Abgassystemen, noch aufwendige Getriebe. BMW Gesamtbetriebsratsvorsitzender Manfred Schoch bringt es auf den Punkt: „Ein Achtzylindermotor hat 1200 Teile, die montiert werden müssen, ein Elektromotor nur 17 Teile.“ Doch hat diese Tatsache nicht nur Auswirkungen auf die Autobauer. Dies betrifft die ganze Autobranche, in der viele Arbeitsplätze überflüssig werden.

Betroffen werden davon neben den Autobauern selbst, die Zulieferer der Autoindustrie, der Ersatzteilhandel, Werkstätten bis hin zu den Tankstellen sein.

Risiko Digitalisierung

Digitalisierung Zukunft der Arbeit

Die bisherigen industriellen Revolutionen erzeugten eine enorme Produktionssteigerung, weil neue Märkte erschlossen wurden. Dies schuf neue Arbeitsplätze. Das ist bei der vierten industriellen Revolution, auch Industrie 4.0 genannt, anders. Die Digitalisierung schafft keine neuen Märkte. Bei der Digitalisierung geht es darum, die bestehenden Märkte effizienter zu gestalten. 

Selbst wenn die Produktion immens gesteigert wird, ist dies in der Zukunft mit viel weniger Arbeitskräften möglich. Selbst in China werden mittlerweile Arbeitskräfte durch Roboter ersetzt, weil der Mensch selbst in Ländern wie China zu teuer wird. Roboter und KI arbeiten unermüdlich rund um die Uhr, brauchen keinen Urlaub und werden auch nicht krank. Sozialabgaben entfallen für den Unternehmer.

Wer ist betroffen?

In vielen Diskussionen wird verharmlosend erwähnt, dass der Wegfall von Arbeitskräften hauptsächlich die schlecht ausgebildeten Menschen betreffen wird. Das entspricht so aber nicht der Tatsache. Der Einsatz teurer Technik muss sich rechnen und daher sind Besserverdienende gefährdeter, in naher Zukunft ihren Job zu verlieren. Vor allem der Beruf des Bürokaufmanns, mit rund 7 Millionen Beschäftigten in Deutschland, wird in der Zukunft durch künstliche Intelligenz (KI), zu großen Teilen ersetzt. Selbst IT Mitarbeiter werden nicht unersetzlich sein. Stimmen aus der Branche sagen heute schon, dass sie daran arbeiten, in der Zukunft überflüssig zu werden. Bei Anwälten und Steuerberater sind zumindest die Mitarbeiter durch die Digitalisierung gefährdet, die dem Anwalt oder Steuerberater zuarbeiten. Gerade KI wird in der Zukunft darüber entscheiden, wie viele Jobs überflüssig werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Entwicklung ist weit und wird dann schleichend oder schlagartig umgesetzt.

Auswirkungen

Dass Arbeitsplätze massenweise durch die Digitalisierung überflüssig werden, wird in vielen Studien erwähnt. Unternehmen werden auch kaum darauf verzichten können, sich am Fortschritt zu beteiligen, möchten sie konkurrenzfähig bleiben. Gestritten wird eher darüber, wie viele Jobs werden nun überflüssig. Die Studie von Frey und Osborne 2017 geht davon aus, dass jeder zweite Arbeitsplatz gefährdet ist. Das glaube ich persönlich nicht, vor allem nicht in naher Zukunft. Selbst wenn jeder Zehnte oder fünfte Arbeitsplatz überflüssig wird, ist das gesellschaftlich eine Katastrophe. Egal ob Deutschland oder Österreich, die Arbeitslosenzahlen verdoppeln oder verdreifachen sich. Das muss von den Menschen finanziert werden, die weiter in Arbeit stehen werden. Diese müssen die geringeren Steuereinnahmen ausgleichen und zusätzlich die Herausforderung der vielen Arbeitslosen bewältigen. Je mehr es Arbeitslose geben wird, desto weniger wird in die Sozialkassen gespült.

Lösung

Lösung durch Ideen

Als einzige Lösung wird derzeit das bedingungslose Grundeinkommen diskutiert, als Antwort auf die Veränderungen am Arbeitsmarkt. Ein schwieriges Unterfangen, bei immer knapper werdenden öffentlichen Töpfen. Wer glaubt, das Geld bei denen holen zu können, deren Hauptaufgabe Steuervermeidung ist, wird sich da täuschen. Das BGE ist meiner Meinung nach nicht die Lösung und würde auch an den Missständen der Gesellschaft nichts ändern.

Immer wieder gibt es auch eine Diskussion darüber, die Roboter zu versteuern. Das wird nicht funktionieren und ist schon in der Vergangenheit schief gegangen. Es gibt nur eine Lösung. Wir müssen umdenken und uns als Gesellschaft ganz neu organisieren. Fair, für jedes Mitglied der Gesellschaft.

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