Coronavirus-Covid-19

Coronavirus Covid-19

Das Coronavirus (Covid-19) löst bei vielen Menschen Ängste aus. Zu einem besteht die Gefahr einer Ansteckung und zum anderen Entstehen verständlicherweise Existenzängste. Die Unsicherheit ist groß und niemand kann so recht voraussagen, wie wir durch diese Krise kommen.

Es ist nun sehr sinnvoll, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und zu unterbrechen. Wir alle lieben soziale Kontakte und den Umgang mit anderen Menschen. Es muss uns aber auch bewusst sein, bei Covid-19 handelt es sich um einen Virus, der noch nicht behandelt werden kann. Auch wenn die meisten Menschen nicht zur gefährdeten Risikogruppe gehören, stehen wir als Gesellschaft in der Pflicht, Verantwortung für die Risikogruppe zu übernehmen. Wer italienischen Ärzten und Pflegepersonal zuhört, der weis wie grausam die Realität ist. So werden derzeit Menschen über 80 Jahre zum Sterben abgelegt, weil es an Intensivbetten mit Beatmung fehlt.

Persönlich bin ich davon überzeugt, dass wir als Menschheit die Krise im gesundheitlichen Bereich meistern werden. Sie wird Opfer fordern und damit meine ich auch nicht nur die Menschen, die am Virus sterben. Für viele Menschen steht im Moment die finanzielle Existenz auf dem Spiel. umdenken.jetzt beschäftigt sich in diesem Zusammenhang, mit der gesundheitlichen Versorgung in einer globalen, von Profitgier getriebenen Welt und mit den wirtschaftlichen Folgen für die Menschen.

Gesundheitliche Aspekte

Aus Kostengründen wird vieles heutzutage in Asien gefertigt. Das bringt einen Wettbewerbsvorteil und der Profit kann sich sehen lassen. Würde sich das nur auf Produkte beziehen, auf die wir in Krisenzeiten verzichten können, wäre das eher unproblematisch. So ist es aber leider nicht. Die Produktion unserer Medikamente, liegt fast ausschließlich in chinesischer und indischer Hand, während Indien bei der Produktion abhängig von China ist. Pharmazeutin Prof. Ulrike Holzgrabe bringt es auf den Punkt: “Die Chinesen brauchen gar keine Atombombe. Sie liefern einfach keine Antibiotika mehr”. Dieser Umstand macht natürlich auch erpressbar, wenn es einmal hart auf hart kommt.

Schon ohne Krisenzeiten sind die Probleme im Pharmabereich erheblich. Bei der Erstellung des Artikels, führte die Gelbe Liste rund 234 Medikamente und Impfstoffe mit Lieferengpässen. Darunter Antibiotika, Herzmedikamente, Psychopharmaka, Blutverdünner, Blutdrucksenker und vieles mehr. Auch wenn es oft Therapiealternativen gibt, ist der Umstand unserer profitorientierten Welt geschuldet. Eine der Hauptursache ist der Preiskampf zwischen den Krankenkassen und der Pharmaindustrie. Der Preis muss stimmen und dann klappt es auch mit der Behandlung.

Eine Krise wie das Coronavirus verschärft die Situation im Gesundheitswesen enorm. Plötzlich sind Hygieneartikel ausverkauft und Nachschub ist kaum in Sicht, weil durch das Virus in Asien Produktionen ausfallen. Das betrifft auch die Pharmaindustrie. Auch wenn es kein Medikament gegen das Coronavirus gibt, bleiben uns alle anderen Krankheiten und der Bedarf an Medikamente erhalten. Da werden Lieferengpässe schnell einmal zu Versorgungsengpässen. Das schafft neben Covid-19 gleich ganz neue Probleme. Der Abhängigkeit von Billiglohnländern können wir nur dann entkommen, wenn wir uns ganz neu organisieren und das anders gestalten.

Wirtschaftliche Aspekte

Vollmundig werden weitgehende Hilfen für die Wirtschaft von der Politik verkündet. Es soll Überbrückungskredite und Steuererleichterungen geben. Das sollen nicht nur die großen Konzerne bekommen, nein selbst der kleine Taxiunternehmer wird erwähnt. Hört sich im ersten Moment recht gut an, wird der Krise wohl aber nicht gerecht. Ist aber in einem System, das von Geld organisiert ist, auch sehr schwer zu lösen.

Neben dem Versprechen der Wirtschaft zu helfen, dürfen wir auch davon ausgehen, dass es zu massiven Steuerausfällen kommt. Krankt die Wirtschaft, kranken auch die Steuereinnahmen.

Schauen wir uns das mit den Hilfen etwas näher an. Mit enormen Umsatzeinbußen wird unter anderem das Hotel und Gaststättengewerbe zu rechnen haben. Eine Branche, in der viele auch schon in guten Zeiten oft ums Überleben kämpfen. Wie lange der Umsatz ausfallen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand wirklich sagen. Mitarbeiter können in die Kurzarbeit geschickt werden. Diverse Kosten wie z. B. die Pacht oder eigene Lebensgrundlage laufen weiter, ohne das diese durch Umsatz abgedeckt werden können. Dafür gibt es dann den Überbrückungskredit, der wohl je nach Bonität einen Zinssatz zwischen ein und sieben Prozent vor sieht. Jetzt stelle man sich vor, die Krise ist überstanden und wir kehren zur Normalität zurück. Der Hotel und Gaststättenverband geht davon aus, dass 50 Prozent der Betriebe gerade einmal so über die Runden kommen. Wie die es dann innerhalb von 2 Jahren schaffen sollen, zusätzlich auch noch den Kredit zurückzuzahlen, darüber macht sich der Verband große Sorgen und sieht viele Betriebe in der Insolvenz. Das betrifft aber ganz viele Branchen und nicht überall wird das große Geld verdient.

Neben der Wirtschaft sind natürlich auch die Menschen selbst betroffen, deren Zubrot z. B. durch Ausführung einer geringfügigen Tätigkeit in vielen Fällen wegfällt. Meist Familieneinkommen, das ersatzlos wegfällt. Das betrifft sehr viele Familien und der Rat der Politik ist, man könne ja staatliche Hilfe (Hartz 4) in Anspruch nehmen, wenn die Anforderungen erfüllt sind.

Bitte keine Hamstereinkäufe!

Ein Herzensanliegen von mir, weil ich den Aufruf diverser Lebensmittel-Tafeln gesehen habe. Hamstereinkäufe führen dazu, das Tafeln bis zu 90 Prozent weniger an Lebensmittel von den Supermärkten erhalten. Das schadet den Ärmsten der Gesellschaft und ist auch nicht wirklich notwendig. Erzeugt aber bei anderen das Gefühl, die Waren könnten knapp werden!

Wir können es besser gestalten

umdenken.jetzt beschäftigt sich mit der Befreiung vom Geld. Natürlich gäbe es das Coronavirus auch, wenn wir uns als Gesellschaft ohne Geld organisieren. Viele Probleme, die jetzt aber entstehen, hätten wir gar nicht.

Ausreichend Pflegekräfte und Ärzte würden zur Verfügung stehen, siehe auch die Themen “Arbeit neu gestalten” und “Soziale Entwicklung”. Hygieneartikel und Medikamente können wir im Land produzieren und stehen nicht in Abhängigkeit zu Billiglohnländern. Niemand wäre in seiner Existenz gefährdet, siehe auch das Thema “Sichere Existenz für Alle”. Wir können mit einer Pandemie ganz anders umgehen, weil Profit keine Rolle spielt. Das Coronavirus (Covid-19) wird auch nicht die letzte Pandemie sein. Wenn wir uns richtig organisieren, werden wir die gesellschaftlichen Herausforderungen leichter meistern, ohne das es Verlierer gibt, abgesehen von den Toten einer Pandemie.

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