Bargeldabschaffung

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  • Beitrag zuletzt geändert am:8. Juli 2020
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Akzeptanz Bargeldabschaffung

Bargeldabschaffung

Es gibt noch immer viele Menschen die glauben, dass die Bargeldabschaffung unmöglich und eher ein Thema von Verschwörungstheoretiker ist. Mit der Bargeldabschaffung beschäftigen sich der IWF und viele andere Ökonomen aus der Finanzwelt. So liegen mittlerweile klare Strategieempfehlungen vor, wie Notenbanken den Bürgern das Bargeld madig machen können. In Skandinavien und Nordamerika ist die Akzeptanz recht hoch, bargeldlos zu bezahlen. In Länder wie Österreich und Deutschland ist das noch anders und die Bürger erachten Bargeld als wichtig. Eine Antwort hierfür liegt vonseiten der Finanzindustrie auch schon auf dem Tisch. Die Abwertung vom Bargeld, gegenüber dem Giralgeld (digitales Geld). Wer hat aber einen Nutzen von der Bargeldabschaffung und warum? Wer hat Nachteile?

Nachteile

Von den Vorteilen einer Bargeldabschaffung profitiert alleine, die Finanzindustrie und der Staat. Darauf geht der Artikel im weiteren Verlauf ein. Die Nachteile liegen alleine bei den Bürgern.

Sklave des Giralgeldes

Bargeld ist für uns eine Freiheit anonym zu bezahlen, ohne lästige Spuren zu hinterlassen. Das hat auch nichts Kriminelles. Was bedeutet ein Leben ohne Bargeld für die Bürger. Es ist die totale Überwachung im Bereich der Finanztransaktionen. Nach einer Bargeldabschaffung werden wir zu Sklaven des Giralgeldes und jeder Schritt ist dann nachvollziehbar. Eine Privatsphäre in Geldangelegenheiten gibt es dann nicht mehr! Völlige Transparenz bringt dem Staat und der Finanzindustrie enorme Vorteile.

Problem Bargeld

Bargeld Geldautomat

Deutsche und österreichische Sparer haben enorme Summen ihres Geldes bei den Banken deponiert. Im Gegenzug erhalten wir einen Zettel, auf dem steht, was wir an Geld besitzen. Darüber können wir verfügen, wenn wir es dann benötigen. Ist das aber auch wirklich so? Die Rechnung geht auf, wenn nur ein geringer Teil der Sparer auf das Vermögen zugreifen möchten. Das lässt sich nach Erfahrungswerten berechnen und über eine solche Bargeldreserve verfügen die Banken. In Krisenzeiten (Finanzkrise 2008) besteht aber die Gefahr, dass ein Großteil der Menschen ihr Geld in Sicherheit bringen und von ihrem Konto abheben möchte. Das würde aber das Bankenwesen zum Kollabieren bringen, weil das Geld real nicht vorhanden ist. Das hat mit der Geldschöpfung zu tun und das Bargeld lediglich 20 Prozent Anteil an der Geldmenge hat. 80 Prozent des Geldes wurde aus dem Nichts per Knopfdruck erschaffen und existiert nur als sogenanntes Giralgeld (Buchgeld) auf dem Auszug.

Das Risiko, dass Sparer ihr Geld zuhause bunkern möchten, steigt. Die Welt erlebt sehr unruhige Zeiten und Finanzkrisen, Protektionismus oder auch eine Pandemie, werden in der Zukunft der Wirtschaft schwer zusetzen. Für Banken eine beunruhigende Zeit und auch für die Staaten, die Banken als systemrelevant betrachten. Das Problem lässt sich nur beheben, wenn es kein Bargeld mehr gibt und alles Geld nur noch in Form des Giralgeldes vorhanden ist. Alleine das verhindert das Risiko, eines Bankenzusammenbruchs.

Wer hat

Banken

Auch wenn die Bargeldabschaffung für den Bürger enorme Nachteile mit sich bringt, hat sie für die Finanzindustrie und den Staat enorme Vorteile.

Nullzins Politik

Mit der Nullzinspolitik wollte die EZB die Bürger dazu animieren, mehr Geld auszugeben, um die Wirtschaft anzukurbeln. Immerhin verlieren Sparer jedes Jahr enorme Summen an Vermögen, durch die Inflation. Das Vorhaben ging schief und Banken haben ein Teil ihres Geschäftsmodells dadurch verloren. Mittlerweile müssen Banken für geparktes Geld, einen Negativzins von 0,5 Prozent bezahlen. Das belastet Banken zusätzlich.

Den Negativzins würden Banken gerne an ihre Kunden weiter geben. Das funktioniert noch nicht und wird auch nur vereinzelt bei größeren Vermögen praktiziert. Zu groß ist das Risiko, das Kunden die Bank wechseln. Selbst wenn alle Banken einen Negativzins erheben, kann der Kunde derzeit sein Geld auch einfach abheben und somit dem Negativzins entgehen. Würden das viele Sparer machen, würde das Bankensystem zusammen brechen.

Ein Negativzins lässt sich nur wirkungsvoll durchsetzen, wenn es kein Bargeld mehr gibt. Dann kann der Negativzins auch als Lenkungssystem eingesetzt werden. Möchte man die Wirtschaft ankurbeln, wird der Negativzins einfach erheblich angehoben, um die Sparer zum Geld ausgeben zu bewegen. Auch für Banken ist der Negativzins ein attraktives Instrument, das eigene Geschäftsmodell lukrativ zu gestalten.

Handel

Handel

Auch wenn es in erster Linie dem Handel egal ist, ob Umsatz per Kreditkarte oder in bar getätigt wird, so entstehen nach einer Bargeldabschaffung ganz neue Möglichkeiten, Kundenprofile zu erstellen. Der Kunde der Zukunft ist völlig gläsern und man wird seine Gewohnheiten bis in den letzten Winkel seines Lebens studieren können. Konsum wird völlig nachvollziehbar und kann durchaus zum Kaufanreiz genutzt werden, durch individuelle Kundenprofile.

Staat

Es gibt auch heute schon in der Politik Stimmen, die gerne die Vorteile, wie z. B. Kriminalitätsbekämpfung, hervorheben, wenn wir das Bargeld abschaffen. Überwiegend wird erklärt, niemand möchte das Bargeld abschaffen, weil die Akzeptanz in der Bevölkerung hierfür noch zu gering ist. „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“ sagte Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 und zwei Monate später wurde die Mauer in Berlin gebaut. Legendär sicherlich die Aussage von Norbert Blüm: „Die Rente ist sicher„. Daher gilt Vorsicht, wenn es heißt, niemand hat die Absicht, das Bargeld abzuschaffen.

Für den Staat hätte die Bargeldabschaffung enorme Vorteile, auch wenn das niemand zugibt. Jeder Geldfluss wäre nachvollziehbar und wenn der Staat ein Haushaltsloch stopfen müsste, wüsste er genau, an welcher Stelle er das Geld beschaffen kann, weil es vorhanden ist.

Akzeptanz

Zum heutigen Zeitpunkt Bargeld abzuschaffen, würde in unserer Gesellschaft auf erheblichen Widerstand stoßen und sicherlich für Unruhen sorgen. In der Bevölkerung muss eine gewisse Akzeptanz vorhanden sein, unbar zu bezahlen. In nordischen Ländern ist diese Akzeptanz weit fortgeschritten. Da werden selbst Straßenkünstler mit der Handyapp belohnt und stellenweise kann Bar gar nicht mehr bezahlt werden. Für uns unvorstellbar und trotzdem spielt das Coronavirus hierzulande der Finanzindustrie in die Hände. Gerade zu Beginn der Pandemie, als die Ansteckungswege noch unbekannt waren, verzichteten viele auf eine Bezahlung mittels Bargeld, um sich zu schützen. Das fördert die Bezahlung mit Karte ungemein und die Menschen gewöhnen sich schnell an neue Abläufe. 

Der Finanzindustrie geht die Entwicklung der Bargeldabschaffung viel zu langsam und daher hat der IWF ein Strategiepapier entworfen, das zu beschleunigen. Darin wird empfohlen, Bargeld dem Giralgeld gegenüber abzuwerten. Das lässt sich auch sehr leicht realisieren. Konkret würde das z. B. folgendermaßen aussehen. Wenn Sie 100 EUR am Bankautomat holen, wird ihr Konto mit 105 EUR belastet. Gleiches gilt für die Barzahlung beim Einkaufen. Wer bar zahlt, zahlt einen Aufschlag. Schon wird Bargeld unattraktiver und die Zahlung mit Karte hat einen finanziellen Vorteil.

Fazit Bargeldabschaffung

Bargeld ist eines der großen Risiken der Finanzwelt mit ihrem enormen Einfluss auf die Politik. Daher stellt sich die Frage nicht, ob Bargeld abgeschafft wird. Die Frage ist eher, wann ist die Akzeptanz in der Bevölkerung mittels Karte zu bezahlen so hoch, dass eine Bargeldabschaffung auf einen nur kleinen Widerstand in der Bevölkerung trifft. Um diesen Punkt zu erreichen, wird daran gearbeitet Bargeld unattraktiv zu machen. Als Bürger verlieren wir eine weitere Freiheit und anonyme Bezahlvorgänge werden so unterbunden.

Verhindern werden wir die Bargeldabschaffung nicht, wie so viele andere Missstände unserer Gesellschaft. Es ist aber eine gute Gelegenheit, darüber nachzudenken: „Wie wollen wir in der Zukunft leben?“ Wir müssen da umdenken und uns ganz neu organisieren. Ein guter Grund, sich mit dem Projekt umdenken.jetzt näher zu befassen und etwas hinter die Idee zu blicken.

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